Begleitinformation zum Welpenprägespiel-Kurs

 

 

Ein erwachsener Hund ist das Ergebnis des Zusammenwirkens

von angeborenen Anlagen und den auf diese Anlagen einwirkenden

Umwelteinflüssen.

 

Er ist ein Lernwesen, umweltoffen und in sehr starken Maß auf das

Sammeln von Erfahrungen angewiesen.

 

Neugier und Lernfreudigkeit sind ihm von Natur aus mitgegeben.

 

Erhält die Lernfreudigkeit keine entsprechenden Anreize, verkümmert sie.

 

Eine Überbeanspruchung der Lernfreudigkeit kann zur ihrer Blockierung führen.

 

Die Einflüsse innerhalb des ersten Lebensjahres prägen den Hund.

 

Sie können stärker sein als seine angeborenen Eigenschaften.

 

                                                                    

 

 

Vegetative Phase (l. u. 2. Woche)

 

Fortsetzung des unbewußten Lebens im Mutterleib.

Wachstum und Gewichtszunahme.

 

Erbkoordination ist eine erblich festgelegte Bewegungsweise, die von

Umweltsituationen ausgelöst wird, und dann zwanghaft abläuft.

Lecksaugen, 1. Schrei; Welpenlaut - Mutter sorgt sich.

 

 

- Angeborene Verhaltensweisen:

 

Kreiskriechen, Pendelbewegung mit Kopf, Fellbohren, Abstemmen mit den

Hinterbeinen, Kopfstoßen gegen Milchdrüsen, Milchtritt, Kontaktliegen.

-Biotontis = Lebensenergie, abloluter Egoist.

 

Übergangsphase (3. Woche)

 

13. Tag:                     Lidspalt und äußere Gehörgänge öffnen sich.

 

17./18. Tag-.              Sehfähigkeit der Augen entwickeln sich, sowie Gehör und Nase.

 

17. Tag:                     Geschwister belecken, aktives Entdecken der Umwelt

                                     erste Kontaktatifiiahme mit den Geschwistern, wedeln

                                     mit Schwänzchen, Kopf der Mutter entgegenheben,

                                     versuchen ihr Maul zu erreichen.

 

18. Tag:                     Hündin beginnt mit Zufütterung (und Rüde/Vater)

                                     Nase im Mundwinkel der Alten einbohren = Futterbrei

                                     anbetteln, wird zu einem Begrüßungs- Zuneigungsritual

                                     innerartlich, wie auch dem Menschen gegenüber.

                                     Angeborenes Können wird auch zu einem Zeitpunkt reif,

                                     wenn ihr Einsatz sinnvoll ist.

 

bis 20. Tag:               Welpen im Lager

 

ab 2 1. Tag:               Trieb der Mutter zu folgen = Vaterrüde spielt dabei mit

                                     Welpen. Rückruf = Sozialsperre, Aggressionshemmer =

                                     Einsichtshandlung, Bauchseite und Kehle darbieten, kann

                                     Pflegebehandlung auslösen, z.B. Bauchmassage.

                                     Erfahrung = Geborgenheit im Lager.

 

 

21. Tag:                      Mißtrauen vor Unbekannten.

 

 

Prägephase (4.-7. Woche)

 

Prägung = eng begrenzte, zeitlich festgelegte Lernvorgänge.

Sinnesleistungen sind voll entwickelt.; Befähigung zur Fortpflanzung reift.

Spiel = schneller, wendiger, sicher, stetig steigendes Bewegungsbedürftnis.

Kürzere Schlafperioden- Nehmen das Futter der Eltern weg.

Häufig im Freien gesäugt, Hündin säugt Welpen im Stehen - flüchtet vor ihnenZähne,

Milchtritt mit der Pfote = Pfötchen geben.

 

 

Soziale Verhaltensweisen:

 

Schwanzwedeln = Ausdruck freudiger Erregung.

Schwanzeinklemmen = ängstliche Ergebenheit

Mundwinkelstoß = freundliche Ergebenheit und Zuneigung

Welpen streiten, sträuben das Fell, Ohren anlegen, Mundwinkel zurückziehen,

entblößen knurrend die Zähne.

Täglich weiter vom Lager weg (30 bis 50 in), erkunden, probieren, herumkauen.

Zahlreiche angeborene Lempositionen = schnelle Lernfolge bei Nahrungserwerb und Sozialverhalten. 

Was in dieser Zeit nicht gelernt wird, kann nicht mehr nachgeholt werden!

Prägung des künftigen Verhältnis des Hundes zum Menschen.

Berührungskontakte und zusätzliche Menschen kennenlernen = Rudelmitglieder.

Fressen = rohes Fleisch.

 

Sozialisierungsphase

 

(8-12 Wochen) nach Eberhard Trumler

 

-         Welpen sind eng an das Heim "erste Ordnung", das schützende Lager gebunden

-          das Heim "zweiter Ordnung" - der Spielplatz, ein kleines Gebiet wird mit    zunehmender Behendigkeit immer mehr erweitert.

-          Sie üben sich im Fangen und Töten von Beute. Sie dürfen zuerst an die Nahrung, untereinander raufen sie darum.

 

8. Woche

 

-         das Abwehrverhalten am Futter erreicht die volle Entfaltung, das Fellsträuben, Knurren und Abwehrschnappen

-          Welpen werden aus dem Behälter gefüttert

-          der Welpe lemt sein Recht zu behaupten und reagiert über dies eine ganze Menge Aggression ab,

-         Futter ist für alle genug da der Welpe lernt, daß Futterneid sinnlos ist-, kein Knurren, kein Zanken.

 

Ziel der Jugendentwicklung des Hundes ist, beste soziale Partnerschaft mit den Artgenossen.

 

Hat der Welpe nicht gelernt in der Gemeinschaft zu fressen, bleibt er zeitlebens

futterneidisch und wird als erwachsener Hund seinen Welpen das Futter skrupellos

wegfressen.

 

häufige Kampfspiele mit verschiedenen Ausdrucksverhalten, Siegen und Verliererspiele mit     Rollentausch. Er lemt eigene Kräfte abzuschätzen und unter eigene Kontrolle zu bringen.

 

Der Welpe begreift jetzt schnell, daß eine menschliche Haut empfindlicher ist als das Hundefell.

 

soziale Hemmungen - keine ernsthafte Verletzung des Artgenossen

 

Vaterrüde zeigt ihnen jetzt Meutespiele - Rüde als Jagdbeute steigert die Schwierigkeitsgerade im Spiel, läßt sich am Ende meist fangen und überwältigen

 

Rüde setzt "Tabus" -z.B. verteidigt einen alten Knochen - energische Bestrafung der "uneinsichtigen" Welpen - er packt sie im Rücken- oder Nackenfell und schüttelt sie kräftig durch.

 

 

 

Rangordnungsphase (13. bis 16. Woche)

 

nach Eberhard Trumler

 

Die Rangordnungsphase beleuchtet deutlich, daß manches in körperbaulicher wie seelischer Entwicklung nicht so vollkommen oder verzögert ausgereift ist.

 

Grundsätzlich entwickelt sich die Rangordnung innerhalb der Welpenschar schon in den ersten Lebenswochen.

 

Der Ranghöchste ist der am stärksten entwickelte, der Rangniedrigste ist der am schwächsten entwickelte Welpe.

 

Trotzdem ist die Rangordnung nicht nur eine Frage der körperlichen Stärke sondern in dieser Phase eine Frage der psychischen Überlegenheit.

 

In dieser Zeit gibt es Mutproben bei denen es auf Wesensfestigkeit, auf seelische Widerstandskraft allein ankommt.

 

Der Vaterrüde wird keineswegs wegen seiner körperlichen Überlegenheit respektiert,

sondern seine väterliche Autorität wird anerkannt.

 

Das Zusammenleben der Junghunde mit ihren Eltern verläuft überaus harmonisch.

 

Das Vorhandensein einer anerkennenswertenAutorität gibt dem Junghund die Sicherheit

seiner Existenz und damit die Möglichkeit zur freien Anpassung an die bewährte

Sozialordnung.

 

So bleibt die Umweltoffenheit erhalten, die Fähigkeit, ein Leben lang weiterzulemen, sich veränderten Umweltbedingungen erfahrungsgemäß anzupassen.

 

Der Vaterrüde baut jetzt alle Spiele mit den Welpen aus, insbesondere Jagd- und

Beutespiele.

 

Wir können jetzt mehr von dem Junghund fordern, wenn wir durch vorwiegend stimmliche Belohnung die von uns gewünschte Verhaltensweise aus dem Spiel herausarbeiten.

Wir sollten uns dabei zur Regel machen, sogleich mit einem anderen Spiel weiterzumachen, wenn er das von uns Gewünschte richtig gemacht hat.

 

Würden wir in diesem Fall die Übung wiederholen, dann würden wir den Hund

verunsichern, er müßte glauben, daß es noch nicht richtig war.

 

Uneingeschränkte Anerkennung der elterlichen Autorität ist eben die Grundlage für das

Überleben der Art.

Jetzt muß die Soziallsierung mit den Menschen ausgebaut werden.

 

Der Welpe muß das Zusammenspiel mit dem Menschen als eine für beide Seiten

erfreuliche Wechselbeziehung kennenlernen.

 

Freundliche Reaktionen des Menschen, wie Lob oder Streicheln auf erwünschte Verhaltensweisen, prägen sie dem Welpen ebenso ein, wie Strafen (etwa anpacken am Nackenfell und schütteln) bei Übertretung von Tabus.

 

Es sind einige Wiederholungen notwendig, da der Welpe die Konsequenz seines

menschlichen Erziehers erprobt.

 

So oft wie möglich mit dem Welpen spielen - je lustvoller das Spiel empfunden wird,

um so größer wird die künftige LernIreudigkeit des Hundes.

Sie wird in dieser Phase für alle Zeit festgelegt.

 

Der Welpe muß dabei auch im Umgang mit Menschen Selbstsicherheit und

Selbstvertrauen entwickeln, das notwendige Disziplinieren muß deshalb in einem

vom Welpen verkraftbarem Rahmen bleiben.

 

Strafen müssen auf dem Fuß folgen!

 

Strafe ist für den Welpen unwillige Abwendung, leise oder laute Worte, kräftiger

Klaps oder Durchschütteln.

 

Gewünschte Verhaltensweisen erreicht man durch Belohnung z.B. spielen loben, streicheln, ablieben usw.

 

Der Hund ist ein Lerntier.

 

Ausbildung kann aus der Beobachtung des vergnügten Welpenspieles heraus

entwickelt werden.

 

Der Hund ist kein festgelegtes Instinktwesen.

 

Die in dieser Zeit durch falsche Behandlung erworbenen Unsicherheiten sind kaum mehr rückgängig zu machen, die unverkraftbaren Konfliktstoffe wirken in der Seele des Hundes zeitlebens nach.

 

Das gilt ganz besonders für die Unterordnungs- und Gehorsams- Übungen

täglich nicht länger als 15 Minuten.

 

Übungen wie "Sitz", "Platz" und "bei Fuß" sollten für den Hund niemals langweilig werden und an Orten geübt werden, die ihm vertraut sind.

 

Auf Spaziergängen wird er durch vielerlei abgelenkt.

 

Später, wenn er es einmal kann und sein Können ihm selbst Freude macht,

dann ist das was anderes.

 

In der Rangordnungsphase will der Welpe die Autorität anerkennen können,

denn sie allein gibt ihm die Gewähr, das Können und Erfahrung des Rudelführers

sein Überleben sichern.

 

Der erwachsene Hund spielt mit uns als partnerschaftliche Übung. Die Freude liegt dabei am "Miteinander".

 

Die Rudelordnungsphase (5. und 6. Monat)

 

Jetzt sind die Voraussetzungen gegeben, um die soziale Partnerschaft mit den

Eltern zu einer straffen Rudelorganisation auszubauen.

In diesem Alter bindet sich der Hund für immer an seinen Herrn.

(Prägung auf den Leitwolf)

 

-         Junghunde neigen zu größeren Streifzügen.

-         Der Junghund und der Umgang mit uns,

 

2 wichtige Fakten:

 

  1. Wir bleiben Elternkumpan = wir bringen das Futter

 

  1. Bleiben wir mit unserem Hund in der Rudelordnungsphase stecken,

denn er bleibt ja zeitlebens mit uns zusammen.

 

-         Diszipliniertes Spiel neben dem Gelösten

 

-         Das ausgeprägte Lernstadium nutzen, sonst verkümmert die psychische Struktur des Hundes - erste Vorstufen zu jener Ausbildung, die dem künftigen Verwendungszweck dient, oder kleine Kunststückchen.

 

-         er braucht uns als Rudelleitführer - erwartet "Leitbild" des erfahrenen, psychisch überlegenen Anführers (kein Tyrannen)

 

-         versagt das Leitbild, versucht er die eigene Ranghöhe zu verbessern.

D.h. Entwicklung zum Haustyrannen - das Rudel (die Familie) braucht, in den

Augen des Hundes, einen Anführer.

 

Die Pubertätsphase (ca. 7 Monat)

 

- erste Läufigkeit der Hündin

 

- Rüden heben mit 9 Monaten das Bein zum urinieren.

 

- Scheinträchtigkeit

 

- Der Hund ist mit Eintritt der Geschlechtsreife erwachsen.

 

Am Ende des 2. Lebensjahres erfährt der Hund eine endgültige Ausreifung. Hündinnen zeigen das deutlich nach dem ersten Wurf